halfloop





Titel:
halfloop

Ort: loop - raum für aktuelle Kunst,
Schlegelstraße 26/27 (Aufgang 2, 1. St.)
10115 Berlin-Mitte

Eröffnung:
Freitag 21.08.1998 20Uhr
Ab 22 Uhr Lounge im half loop

Ausstellungsdauer: 22.08. - 19.09.19 98

Öffnungszeiten:
Mi. bis Sa. 14 - 18 Uhr

Künstlerische Leitung:
Rüdiger Lange

Als eines der "Herzstücke" der Parabolica Spaces" kann der "halfloop"-Raum von Achim Kobe und Karsten Konrad bezeichnet werden.  Im eher ruhigen "Chill out-Club"-Ambiente des ehemaligen Maschinenraums verschwimmen die Grenzen zwischen akustischer und visueller Kunst.  Der halfloop als Raum wie auch als Programm begleitet und beendet kontinuierlich die loop-Ausstellungen und Vernissagen und ist somit ein sozialer Treff- und Diskussionsort innerhalb der Parabolica Spaces.

Von Anfang an war der Raum nicht als Atelier gedacht, in dem gearbeitet wird, sondern als "sozialer Raum", der sozial genutzt werden kann.
Karsten Konrad, der die architektonischen Raumelemente (Wände, Mauern) und die Beleuchtung (Fenster) bearbeitet hat, geht es darum, mit seiner Raum-Skulptur eine "Nische" zu besetzen, sie zu beleben und ihr Atmosphäre zu verleihen. Es geht darum, zu zeigen, wie es "anders" aussehen kann und um die Verbesserung der Sozialstruktur eines Raumes.
Nach der Wende wurde vielfach die bauliche/architektonische Struktur Berlins zerstört. Es entstanden Einheitsbaunormen, Bauten, die zum größten Teil gesichtslos, ununterscheidbar und ohne Flair waren.

Konrads Räume sind ein Gegenentwurf dazu, eine Ironisierung oder "Eulenspiegelei". Es geht um eine maximale Veränderung einer Atmosphäre und der Raum- und Zeitwahrnehmung bis hin zu Irritation
Entscheidend dafür sind die Sitzelemente: die Bank wie auch die Gummireifen und stoffbezogenen Strohballen ermöglichen eine funktionale Sitzposition.

Wichtig ist, in diesem Raum tief und bequem zu sitzen, um die Räume durch die  Bögen sehen zu können. Zusammen mit ruhiger Musik entsteht ein relaxte Raumatmosphäre. Die umgebenden Räume sind für das Verständnis und die Einordnung des halfloop Raumes wichtig. Er repräsentiert ein Spiel mit Architekturelementen als Gegenpol zu dem klassischen Gewerbehof und den bereits renovierten Büros und Gängen. Der Kreis als Symbol von Harmonie, Geschlossenheit und Perfektion trägt unterschwellig sicher dazu bei.

Die Tapete von Achim Kobe, deren grau-braune Streifung sich auf den Überzügen der Strohballen wiederspiegelt stellt eine eine Gratwanderung zwischen Malerei und Rauminstallation dar. Die Tapetenbahnen im halfloop-Raum halten sich entsprechend der ruhigen Atmosphäre des Raumes im Hintergrund. Erst bei näherem Hinsehen erkent man kleine Unebenheiten, die einer industriellen Fertigung widersprechen. Das indirekte Licht erzeugt einen "Silber-Effekt" der hellen Streifen und verleiht den Wänden einen Beton-Effekt.

Die Tapete als Bildträger hinterfragt die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk, das Streifenmuster kann als Metapher für bestimmte Inhalte des Raumes gelesen werden wie eine Kontinuität von Gesprächen und Austausch, Soziales durch die Ebenhaftigkeit, Gleichheit.