Silke Wagner & Stefan Wieland: home and away



Titel:
home and away
Silke Wagner
Stefan Wieland

Ort: loop - raum für aktuelle kunst,
Parabolica Spaces
Schlegelstraße 26/27 (Aufgang 2, 1. St)
10115 Berlin-Mitte

Eröffnung:
Freitag 18. 12. 1998 20Uhr
Ab 22 Uhr Lounge im half loop

Ausstellungsdauer:
19.12. 98
14 - 20 Uhr

Künstlerische Leitung:
Rüdiger Lange
Information: Tel.Fax:  (030) 28390028

Parabolica Spaces Kulturprogramm wird veranstaltet von loop - raum für aktuelle kunst, im Team und IDEA

Mit der Ausstellung „home and away" von Silke Wagner und Stefan Wieland präsentiert loop - raum für aktuelle kunst erstmals Frankfurter Positionen. Die aus der Malerei kommenden Künstler stellen in „home and away" ein gemeinsam gestaltetes Künstler-Buch vor. Die 18  39 x 29,5 cm großen,  gefalzten Posterbilder können beliebig aus dem Ringbuch herausgetrennt und vom Betrachter einzeln oder im Block zu seiner persönlichen Posterwand gestaltet werden.

Mit dem „home and away"-Posterbuch nutzen Silke Wagner und Stefan Wieland bereits zum zweiten Mal das Medium Buch als mediale. Darstellungsform. Silke Wagner verwendet dabei Symbole und Zeichen aus der europäischen Fußball- und Vereinswelt. Diese werden überarbeitet, gesampelt und  neu codiert.

Stefan Wieland, gruppiert eine Reihe reproduzierte Zeichnungen, die  formal wie inhaltlich unterschiedlich ausfallen. Es bleibt dem Betrachter überlassen, ob er in den Bildern organische (Wassertropfen, Schneeflocken) oder künstliche Formen (Ornamente) sieht. Dennoch sind die Motive durch ihre formale Erschließung miteinander verwoben: Farb- und Formzitate verbinden sich gezielt mit herkömmlichen Zeichen. Sowohl Wagners wie Wielands Ansätze zeigen eine faszinierende Farb- und Formwahl, die mit den verwendeten Symbolen und Motiven korrespondiert.

Das -Buch selbst bildet als eine mobile, multiple Präsentationsform den  „Ausstellungs-"Kontext, in dem beide künstlerische Positionen autonom bleiben. „home and away" erfüllt auch inhaltlich die Kriterien eines Buches: wie in einem literarischen Buch werden Welten in einer sehr konzentrierten Form produziert. Die Faltung der Poster beschränkt die Bildinformation auf Ausschnitte und wirft die Frage auf, ob sich bei einer „Zerstörung" des Buches,  Müssen manche Dinge aufgelöst werden, um verstanden zu werden oder handelt es sich hier um eine Transformation des Mediums „Buch" in das Medium „Bild"?

Silke Wagner und Stefan Wieland untersuchen mit „home and away" auf unterhaltende Weise die Grenzen zwischen Buch und Kunst-Objekt und Bildern und Bildfragmenten. Der spielerische Umgang mit formalen und farblichen Andeutungen läßt Assoziationen und Wiedererkennen zu. Dennoch entziehen sich die bunten Poster  durch ihre Veränderlichkeit immer einer begrifflichen Eindeutigkeit.

Holle Rauser