Zoom, zoom, zoom: Andreas Koch

 
 

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In der ersten Einzelausstellung bei loop - raum fuer aktuelle kunst zeigt Andreas Koch zwei Arbeiten. Beide erreichen auf unterschiedliche Weise ein Ziel, das in dem Werk Kochs immer wieder ein zentrales Grundmotiv ist - die Sichtbarmachung, bzw. die Ergreifung von Raum mit Hilfe einer veraenderten Massstaeblichkeit.

Der Film "Zoom, zoom, zoom" ist ein sehr langsamer Zoom-out, beginnend mit einem zersprungenen Fenster eines Hauses in der Koepenicker Strasse, dann durch die menschen- und autoleere Adalbertstrasse eineinhalb Kilometer zurueck. Koch generierte diesen Film aus einem zuvor montierten Foto, das zum Zentrum des zentralperspektivischen Motivs eine zunehmende Aufloesung aufweist. Er nimmt damit u.a. Bezug auf Filmszenen aus "Blow up" von m. Antonioni oder "blade runner" von R. Scott und erfasst wie dort den gesamten Bildraum in einer nicht unschaerfer werdenden Tiefe. (Und wie bei "Blow up" geht der Blick im Bild um die Ecke.) Koch montierte den Film zu einem absurden Loop, denn anstatt wieder auf das Fenster hinzuzoomen, bewegt sich das Bild zur Seite und landet wieder auf der Fassade vom Anfang. Der Zoom-out beginnt von vorne.

Die zweite Arbeit, eine raumgreifende Installation, bezieht sich noch direkter auf die Lage der Ausstellungsraeume. Eine mit mehreren Lichtanlagen ausgestatte Modelllandschaft zieht sich von der einen Seite des Raumes zu der anderen. Die kuehle Architektur mit einer gleisenden, aus vielen Neonroehren bestehenden Lichtwand hat bei naeherem Hinschauen den einzigen Zweck so viele Insekten wie moeglich aus der nahen Spree anzulocken und durch das mit Roehren verbundene Miniaturraumsystem zu lotsen damit sie auf der anderen Seite des Gebaeudes wieder herausfliegen. Auch hier schafft Koch mit Hilfe eines kleineren und vielzahligem Lebewesens einen massstaeblichen Sprung und erfasst so den Raum in einer anderen Dimension.

Gleichzeitig macht er durch eine zweite Glaswand vor der eigentlichen Galeriebueroglaswand auf die Besonderheit eben dieses Bueros aufmerksam. Die Aufmeksamkeit faellt auf den Galeristen der nun hinter Tausenden von Insekten sitzt. Es scheint als wolle der ebenfalls als Galerist arbeitende Kuenstler Andreas Koch seinem Kollegen und "konkurrenten", der ihn nun jedoch als Kuenstler vertritt, in eine ironische Falle setzen. Koch setzt sich jedoch mit dazu und beide werden in dieser Allianz vielleicht neue Wege gehen.