Man on Earth: Goetz Valien

   
 

Eröffnung: Samstag 29.01.05
Ausstellungsdauer: 02.02. – 26.02.05
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 Uhr – 18 Uhr

Mit der Ausstellung „Man on Earth“ des Malers Götz Valien eröffnet die Galerie loop -raum für aktuelle kunst am 29.Januar die Ausstellungssaison 2005.

Der lakonische Ausstellungstitel beschreibt treffend den Gegenstand, dem sich Valiens Bilder widmen: Der Mensch in der Welt. Dabei nähert sich der Künstler
diesem Themenkomplex auf eine Art, die keine Sichtweise vorgibt, sondern eher
Optionen bietet.

Götz Valien bezeichnet seine Malerei selbst als „Virtuellen Realismus“. Dabei beruft sich der Künstler auf die Wirklichkeitsvorstellung des Konstruktivismus', der in der Realität nur eine subjektiv vorgestellte und zusammengesetzte Wirklichkeit sieht. Im Zentrum seiner Arbeiten steht das Spiel mit reellen und konstruierten Räumen, Fragmenten, Motiven, die sich bei der Betrachtung des Bildes überlagern und eine individuelle Sichtweise auf eine Parallelrealität ermöglichen.

Valiens Arbeiten sind folglich entgegen ihrem scheinbaren Realismus nicht
als Abbildungen zu lesen, sondern als „Zustände“, als transitorische
Möglichkeit eines Bildes der Wirklichkeit. Sie sind der Versuch einen vom Detail losgelösten Blick auf die Komplexität des Daseins, der menschlichen Existenz zu bieten. In der Tradition der Romantik ließen sich solche Arbeiten als „Stimmungsbilder“ bzw. „Seelenlandschaften“ umschreiben. Dieser Aspekt wird durch entsprechende Proportionen unterstrichen: der Himmel nimmt auf fast allen Bildern die größte Fläche ein; als grenzenlose Projektionsfläche von Wünschen und Träumen des Menschen einerseits, als Symbol für die Weite des unendlichen Weltalls, Unfassbarkeit des Seins andererseits.

Auch die farbliche Komposition der Bilder spielt eine entscheidende Rolle.
Auf seinen Bildern werden Räume und Landschaften von warmem Morgenlicht durchflutet, die Farben sind auf die Primärfarben reduziert. Damit erzielt Valien eine harmonische, homogene Stimmung, wie sie dem romantischen Ideal entspricht.

Dennoch geht es letztendlich bei „Man on Earth“ nicht um eine
Rekapitulation der malerischen Traditionen. Als Maler versucht der Künstler hier vielmehr der gegenwärtigen Rezeptionspraxis mit ihren eigenen Motiven und Mitteln gerecht zu werden. Nicht durch postmoderne Dekonstruktionen oder Erklärungen der Welt, des Systems, sondern durch den konstruktiven Weg über die Virtualisierung der Wirklichkeit soll hier die individuelle Realitätserfahrung für den Betrachter greifbar gemacht werden.