Till Exit
Weltall Erde Mensch

till_exit.JPG
Eröffnung | Opening: Samstag 24 Mai um 20 Uhr | Saturday, May 24, 8pm
Ausstellung | Exhibition: 28 Mai bis 5. Juli | May 28-July 5
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 Uhr bis 18 Uhr | Wed-Sat 2-6pm

Adresse: Jägerstrasse 5, 10117 Berlin-Mitte

For artist CV, please click here.
For artist images, please click here.

In der kommenden Ausstellung „Weltall Erde Mensch“ präsentiert loop - raum für aktuelle kunst eine neue Video/Rauminstallation von Till Exit.
Der Ausstellungstitel ist einem Buch entlehnt, welches vornehmlich in den 60er Jahren als eine Art Kompendium den Jugendlichen in der DDR zur Jugendweihe überreicht wurde. Dieser vor allem zeitliche Verweis deutet auf eine Periode hin, in der die Vorstellungen vom technischen Fortschritt fast ausschließlich von einer optimistischen Zukunftsvision geprägt waren.


Die immer rasender werdende Durchdringung unseres Lebens mit komplexen technischen Innovationen ist nicht zu leugnen, jedoch haben sich die daran gekoppelten Hoffnungen eines „schöneren Lebens“ verflüchtigt.


Till Exits Arbeit ist ein Versuch der Erinnerung an Zukunft. In Form einer Rauminstallation, die im Wesentlichen aus fünf Videocollagen besteht, begibt sich der Künstler auf eine nostalgische Reise.


Das verwendete Filmmaterial stammt aus Science-Fiction-Filmen der 50er und 60er Jahre, wobei der Künstler sich in seinen Filmzitaten auf die dargestellten Räume konzentriert.


Korridore, Luftschleusen, automatische Türen, die Ausstattung des „Raumschiffs“ im Design der damaligen Zeit – das ist die Welt, die über die Monitore flackert. Till Exit zeigt bewusst die ungelenken, tastenden fast rührend wirkenden Anfänge der Science-Fiction-Architektur. Dem digitalverwöhnten Auge des heutigen Betrachters fallen die klobigen Bühnenbilder auf, die unmotiviert blinkenden Lämpchen, die Raumausstattung aus Pappe. Dennoch: der eigenwillige Stil aus nostalgischen Reminiszenzen und utopischer Vorwegnahme macht diese Architektur so einzigartig, zeitlos, poetisch.


Der Künstler ordnet jedem Monitor eine bestimmte Figur zu, so dass die Videoskulpturen im Ausstellungsraum miteinander als Individuen zu kommunizieren scheinen. Doch selbst diese Figuren gehören in eine andere Welt. Sie verkörpern  Ideale, die aus einem Musterbuch des „Neuen Menschen“ entstammen könnten.


Die Filme werden auf Monitoren gezeigt, die in der Galerie auf Hochständen montiert sind. Wie kosmische Satelliten schweben diese Filmaugen im Raum. Der Betrachter bleibt dennoch in der Gegenwart geerdet, denn der Boden wurde von Till Exit mit einem typischen DDR-Fußbodenbelag ausgekleidet, der die Patina eines eher uninspirierten Büro-Ambientes trägt. Die bräunlich-beige Farbe, gemustert, aufgebrochen durch Bearbeitung setzt einen verstörenden Kontrapunkt zur Zukunftsmusik der Bildschirme.


Till Exit artikuliert mit „Weltall Erde Mensch“ eine melancholische Sehnsucht nach der Vergangenheit. Die darin enthaltenen ‚Hoffnungen von gestern’ sollen als Ideen noch einmal erfahrbar gemacht werden, ein Prozess, welcher das heutige Wissen von deren Verlust mit einschließt. Die Installation bietet dem Betrachter die Möglichkeit, für kurze Momente in diese Visionen noch einmal einzutauchen, die zugleich seine eigenen sein könnten.


 

loop - raum für aktuelle kunst is proud to present a new video and photography installation by Till Exit, entitled “Weltall Erde Mensch“ [Universe Earth Man]  after the book presented at the GDR coming-of-age ceremony, which championed a near-future Utopia brought on the wings of technological progress.


We cannot deny the growing proliferation of technology in our lives. However, the reigning belief that technology makes for a “more beautiful life” has vanished.


Till Exit’s works attempt to remember the future. Utilizing five video-installations, the artist embarks upon a nostalgic journey, splicing footage of architectural spaces from ‘50s and ‘60s international sci-fi films.   The spaceship hallways, airlocks and automatic doors immerse the viewer in the aesthetic of the then avant-garde.


The flashing lights and chunky props may strike the contemporary, digitally-spoiled observer as campy and clumsy.  And, yet, the humility of the stage set is undeniably touching, and the scope of architectural vision that it metonymically embodies is as timeless as it is poetic.


The artist has imbued each video sculpture with its own specific content, and thus its own character. But these chatty personages conversing with each other really belong to another, lofty realm: the protoplasmic ideologies they so fervently espouse could be tenets of a book anticipating a “New Mankind.” 


The monitors, mounted high on deer blinds, float like satellites in the gallery space.  Yet, the observer remains securely grounded in reality: the gallery floor has been covered with typical East German flooring of a dispirited office; the brown-beige patina--patterned, penetrated, and ruptured--is a disturbing counterpoint to the futuristic vision emanating from the monitors.


“Weltall Erde Mensch” longs wistfully for the past’s perception of the future.  But can the “hopes of yesterday” be rekindled amidst the modern knowledge of their impossibility?  Perhaps, we can relive while remembering, and recognize that the dewy-eyed optimism portrayed, although deeply buried, still lingers inside of all of us.