Divine Comedy: Goetz Valien

   

 
 
 


Eröffnung: Samstag, 22.September 2007, 20 Uhr
Ausstellung: Mittwoch, 26.September - Samstag, 24. November 2007
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14-18 Uhr

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Goetz Valien ist der letzte Kinoplakatmaler Berlins, einer der letzten in Deutschland, die diese aussterbende Gattung pflegen. In der Kunstwelt ist Valien, der unter anderem mit Martin Kippenberger und Anselm Riley gearbeitet hat, mit Bildern bekannt geworden, die sich am ehesten mit Traumbildern oder Wunschwelten umschreiben lassen. Von sanftem Licht durchflutete Stimmungsbilder, Einblicke in Parallelrealitäten, in konstruierte Idyllen, Fragmente und Motive. Projektionsflächen des Menschen und auch des Betrachters. Vor dem Hintergrund dieser Malerei des „virtuellen Realismus“, wie es Goetz Valien einmal formuliert hat, scheint der Übergang zu den neuen Bildern Valiens fließend, wenn auch die großformatigen Leinwände, die Werbemotive aufgreifen, auf den ersten Blick eine völlig andere Wahrnehmung evozieren.

Vom Popvirtualismus zum Poprealismus
Hier kommt der Begriff des Poprealismus ins Spiel, eine Beschreibung, die die fast comichaft gezeichneten Bilder Valiens ebenso treffend benennt wie die Arbeiten, in denen die (Pop-)Ikonen und Produkte der Gegenwart abgebildet werden. Arbeiten wie „We love Kylie“, ein Bild, das die Sängerin im Stil der Modekette H&M zeigt, die im Frühjahr eine Bademoden Kollektion mit der Pop-Ikone promotete. Kylies Ausstrahlung, wie sie sich im schimmernden blauen Pool-Wasser, gekleidet mit silberfarbenem Badeanzug, dem Betrachter entgegenräkelt, schafft eine intensive Präsenz im Ausstellungsraum. Bilder wie „We love Kylie“ oder „We praise God“, in dem das religiöse Bekenntnis provokativ auf nackten Brüsten prangt, sind auf der einen Seite „Teaser“, wie es die Werbesprache nennt: ins Unterbewusstsein eingegrabene Indizes, die die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken und Erinnerungen, Konnotationen, Assoziationen wecken sollen.

Dekonstruktion und Emphase
Doch in der akribisch gemalten Huldigung dekonstruiert und verdoppelt, entlarvt und preist Valien zugleich die popkulturellen Ikonen. Typografische Elemente rücken die Bilder wieder in ihren realen Kontext. Poprealismus meint hier nicht nur den formalen, sondern viel stärker den kontextuellen und rezeptiven Aspekt der Arbeiten.

Dennoch: Valiens Bilder befriedigen die von der Mediengesellschaft geprägte Sehnsucht nach Idealen, Idyllen und Utopien. Nicht ohne die Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit zu negieren. Der Eindruck, die Erinnerung aber bleibt.

Mit "Divine Comedy" gelingt loop – raum für aktuelle kunst eine bemerkenswerte Malereiausstellung, die passend zum Kunstherbst die richtigen Impulse gibt. Als eine der zentralen Galerien auf der jungen Kunstmesse „Preview Berlin - The Emerging Art Fair“  2007 zeigt loop – raum für aktuelle kunst auch dort Bilder von Goetz Valien.